Monthly Archive for Oktober, 2009

Podcasts zumWissenstransfer und Lernen

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Fallstudie von Thomas Jenewein (SAP AG) -  gesamter Artikel erschien im Handbuch e-learning October 2009

Bei der SAP AG wurden Podcasts nicht eingeführt, um bestehende Weiterbildungsangebote zu ersetzen, sondern vielmehr, um diese zu ergänzen sowie den globalen Wissenstransfer effektiver und effizienter zu gestalten.

  Wesentlich ist hierbei, dass die SAPAG als globales Unternehmen über Ländergrenzen und Zeitzonen hinweg zielgruppenspezifische Informationen schnell verteilen muss. Der vorliegende Beitrag erläutert den Stand des Podcasting bei der SAP AG, insbesondere im Kontext der Weiterbildung und des Wissenstransfers. Dabei werden verschiedeneVarianten des Podcasting, die Einführung und Produktion von Podcasts und unterschiedliche Einsatzszenarien betrachtet.  Zudem werden die Ergebnisse der Evaluation von Audiopodcasts und Videopodcasts vorgestellt. Die Fallstudie schließt mit einer Reflexion derMöglichkeiten und Risiken von Podcasting imWeiterbildungskontext.

1 Hintergrund

 Laut einer Expertenbefragung des MMB Institut für Medien- und Kompetenzforschung rechnen 80% der befragten Personalverantwortlichen mit einem verstärkten Einsatz von Podcasts im unternehmensbezogenen Bildungskontext in den kommenden drei Jahren (Goertz/Flasdick 2006). Auch in der Podcastumfrage 2006 zeigte sich, dass Podcasts häufig zur Weiterbildung benutzt werden: Podcasts dienen danach zur Unterhaltung 86 %, zur Information 82% und zur Weiterbildung 46% (Wunschel 2006). Podcasts sind darber hinaus auch innerhalb der neuen, technologie- und webbasierten Medien als zukunftsweisend anzusehen, obwohl der Hype in den letzten zwei bis drei Jahren etwas abgeklungen ist. Wie viele neue Technologien befindet sich Podcasting im Unternehmenskontext zurzeit in der Erprobungs- bzw. noch in der Einfhrungs- und Wachstumsphase.2 Podcasting in derWeiterbildung bei der SAP AG

 

 Die Abteilung Knowledge Productization Services (KPS) zeichnet verantwortlich für  die effektive und innovative Erstellung und Vermittlung vonWissen in der SAP AG und ist in die Bereiche Produce, Design und Delivery gegliedert. SAP-interne und externe Kunden nehmen den Service der Abteilung in Anspruch. Dazu gehören Standard-Lernmaßnahmen wie E-Learning oder Klassenzimmer-Trainings zu SAP-Produkten und anderen Themen inklusive allem Material oder Trainingssystemen. Zudem unterstützt die Abteilung KPS die Auslieferung, sei es bei der Seminarorganisation oder der elektronischen Publikation und Bereitstellung im Learning Management System.  2006 hat der Bereich beschlossen, Podcasting als neue Methode desWissenstransfers zu evaluieren und dann als Standard-Service einzuführen.  Bei der SAPAG wurden Podcasts nicht eingeführt, um bestehende Weiterbildungsangebote zu ersetzen, sondern vielmehr, um diese zu ergänzen sowie den globalenWissenstransfer effektiver und effizienter zu gestalten. Wesentlich ist hierbei, dass die SAP AG als globales Unternehmen ber Ländergrenzen und Zeitzonen hinweg  zielgruppenspezifische Informationen schnell verteilen muss. Zum Beispiel mssen neue Produktinformationen zügig in jede Geschäftstelle gelangen – wo sie einfach durchVertriebs- und Beratungsmitarbeiter konsumiert werden. Hierfür sind elektronische Weiterbildungsmaßen die Instrumente der Wahl. Am effektivsten geschieht Lernen jedoch, wenn theoretische und praktische Elemente sowie Maßnahmen unter der Anleitung Dritter kombiniert werden. In dem konzeptionellen Ansatz, welcher bei der SAPAG in derWeiterbildung verfolgt wird, ist diese Kombination durch das 10–20-70-Paradigma abgebildet. Dabei sollen bestimmte Anteile der Weiterbildung auf bestimmten Lernformen basieren (Küffner/Demel 2004).Die 70 steht für den 70%-Anteil der praxisorientierten On-the-Job-Aktivitäten an der gesamtenWeiterbildung. Hierbei werden spezifische Anforderungen und Fähigkeiten modellbasiert erlernt, was teilweise durch Maßnahmen wie Job Enlargement, Job Enrichment oder Job Rotation durchgefhrt wird.

 

Weitere 20%der Lernmaßnahmen sind als individuumszentrierte Einheiten geplant, die sich in Form von Mentoring oder Coaching ausgestalten lassen. Die restlichen 10% der Lernmaßnahmen kommen dann den eigentlichen Trainingsmaßnahmen zugute. Dies können Workshops oder E-Learning-Inhalte sein (Küffner/Demel 2004). Podcasts fallen unter diese 10% der Lernmaßnahmen.

  –> weiter mit Zielen, Einführung, Evaluation und mehr geht es im nächsten Beitrag.
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Zusammenfassung Knowtech 2009

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anbei eine Zusammenfassung der KnowTech 2009 die vom 6-7ten Oktober in Bad Homburg stattfand. Die Themen waren sehr unterschiedlich - das Hype Thema Enterprise 2.0 war jedoch immer wieder zu finden.  Unseren Vortrag “Web 2.0 basierter Wissenstransfer” finden Sie übrigens hier auf Slideshare:  http://www.slideshare.net/podcastmaschine/web-20-basierter-wissenstransfer

Quotes und Gedanken aus den Keynotes:

Dave Snowden Keynote “Why does Social Computing work” war sehr unterhaltsam und eher anregend zum Nachdenken. Passend dazu veröffentlichte er seinen Vortrag 2 Stunden später im Internet. Dave Snowden, Cognitive Edge, 6. Oktober 2009   

Das wurde sofort als Podcast bezeichnet – wenn auch meiner Meinung nach ein mp3 auf einer Webseite nicht gleichzusetzen mit Podcasting ist.  Egal – hier weitere Quotes:

  • There is no explicit knowledge – all is implicit
  • We need to shift from from an engineering approach to biology/ systems thinking to manage uncertainty like we have it in our economy today. More need for adaptive (organizational), trial’n error learning
  • Narritves wissensmanagement ist effektiver als nur Inhalte in Schriftform abzulaegen: We always know more than we can say, and we will always say more than we can write down (Das genau fördern wir ja mit Podcasting – sehr schöne Quote daher)

Achim Berg, Geschäftsführung Microsoft Deutschland: Generation x wird Medien anders nutzen. Von mail zu IM. Die Ausstattung einer Firma entscheidet zu 70 prozent mit ueber die Wahl des Arbeitsgebers. Gemeint ist hier sicher die IT/ Arbeitsplatz Ausstattung. Eher appelativer Vortrag sonst und schöne Darstellung von Microsoft als moderne Firma.

Utz Claassen (ex CEO EnBW) erklärt Wertsteigerung und Ertragspotentiale durch Wissensmanagement. Wertorientierung in einer Wissensbilanz wird von ihm stärker gefordert – auch als Teil einer Bilanz. SAP als Beispiel dass Wissen ein wichtiger Wert ist neben dem Buchwert. Im neuen Web 20 Paradigma steht Respekt vor Kompetenz statt Respekt vor Hierarchie. Insgesamt eher appelativ und wenig neu – aber ehemalige CEOs die im Namen des KMs unterwegs sind sind immer gut.

Fachvorträge

Tsystems

  • starke Betonung dass KM zielorientiert – also nicht nur tools – fokussiert eingefuehrt werden soll
  • Enterprise 2.0 geht auch bis in die Org. Strukturen – leidet in Unternehmen unter zielloser Tooleritis  

SAS

  • CKO Frank Leistner eröffnet seinen Vortrag unterhaltsam mit Jonglieren um die Balance zwischen People, Process, Technology zu zeigen.
  • SAS nutzt Ning zur Vorbereitung von Nutzerkonferenzen und auch fuer experten communities
  • Gute Idee: Podcasts bei SAS zusammengefasst zum commuting hour pack

Siemens: Usability und Openness sind die Basis für funktionieren von Netzerken

Anreitzsysteme und KM: die neue Waehrung heisst Aufmerksamkeit

Twitter ist in, hohes Interesse, unklar wie genau einzusetzen noch im Unternehmen. Diskussionstand war: es sollte nur als Teil einer Enterprise 2.0 diskutiert werden.  Denke jedoch man muss ja nicht immer mit Kanonen auf Spatzen schiessen – falls es konkrete Probleme mit Piloten zu lösen gibt kann man sicher auch klein Anfangen (z.B. Twitter nutzen zur Produktvermarktung).
Jochen Robes stellt einen Status vor in seinem Vortrag: warum-wissensarbeiter-twittern . Dort wird auch Jane Hart zitiert: Twitter auf Platz1 der Learning Tools 2009. Ihre Präsentationen auf Slideshare kann ich nur empfehlen.

Schön war die Twitterwall während der Konferenz – hier kann man sich weitere eindrücke abholen:  http://twitter.com/#search?q=%23knowtech

Wissensbilanz immer noch in – u.a. hat Accenture dazu einen Ansatz in Form eines Fragebogens mit der Uni Passau entwickelt. Sicher ein gutes Tool zur Ist-Analyse. Zudem wurde ein ROI Ansatz zur Bewertung von KM vorgestellt am Accenture internen Beispiel - hinkt etwas da nur er nur auf Zeitsparen aus ist (mein Manager würde da sofort fragen: wer arbeitet dann mehr – oder wer bekommet weniger buget??)

 Insgesamt – wenn auch ein alter Hut – wird immer wieder betont wie wichtig die Balance ist zwischen People, Technology, Processes/ Organisation. Bei Enterprise 2.0 ist Konsens: Offenheit, Tranparenz und Anwendungfälle sind die Erfolsfaktoren. Wie man da wie vorgestellt bei Unternehmenswikis komplexe Berechtigungsysteme einführen kann ist mir schleierhaft – aber gut Ding muss manchmal auch Weile haben. In der Kaffeeecke haben wir bei uns jedenfalls noch kein Berechtigungssystem oder eine Überwachungskamera installiert – in ihr Funktioniert Wissensmanagement trotzdem sehr effektiv. Alles in allem gab es einige neue Anregungen und Ideen. Speziell unser Lieblingsthema Podcasting war leider nicht wirklich präsent – wenn dann nur als Trend auf einigen Folien. Jedoch zeigen einige Firmen in Diskussionen, speziell grössere Konzerne und die IT Branche (SAS, IBM, Microsoft, SAP), dass auch Podcasting schon heute ein wertbringender Ansatz für das interne Wissenstransfer & Training ist.

 

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